Panorama

Joseph Haydn
Sonate in E-Dur Hob. XVI:31
Moderato
Allegretto
Finale. Presto
Alban Berg
Sonate op. 1
Frédéric Chopin
Zwei Nocturnes op. 27
Larghetto in cis-Moll
Lento sostenuto in Des-Dur
Frédéric Chopin
Polonaise héroïque in As-Dur op. 53
- Pause -
Robert Schumann
Symphonische Etüden op. 13
Ein Panorama der Stile und Epochen, ein Panorama der Formen und schließlich: ein Panorama unterschiedlichster emotionaler Landschaften und Seelenzustände.
Am Anfang des Konzerts stehen sich zwei Klaviersonaten gegenüber, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Sonate von Joseph Haydn entsteht in den 1770er Jahren, einer Zeit, in der die klassische drei- bis viersätzige Sonate noch jung genannt werden konnte. Alban Berg komponiert sein Erstlingswerk zu Beginn des 20. Jahrhundert in Wien - Ort und Zeit fundamentalen Wandels, einem Zugleich von Anfang und Ende.
Haydn lässt seine Musik wunderbar abwechslungsreich zu uns sprechen, deklamieren und singen - gleichermaßen geist- wie humorvoll. Sein gefüllter erster Satz wird von Musik im „alten“ Stil abgelöst, bevor die Sonate mit einem spritzigen Rondo im Presto zu Ende geht. Sein op. 1 wollte Berg zunächst ebenfalls zu einer mehrsätzigen Sonate werden lassen, bevor in ihm durch den Austausch mit seinem Lehrer Arnold Schönberg die Erkenntnis reifte, in diesem einen Satz ein ganzes Werk geschaffen zu haben.
Die zugrundeliegende Einsicht, dass die musikalische Form persönlich werden kann, bildet den Rahmen für Chopins Musik. In seinen Nocturnes op. 27 erfährt die Musik ungeahnte Intimität und gibt in der Polonaise héroïque das Stichwort für die zweite Hälfte: Pathos und Heldenmut. „Ich habe versucht, das Pathetische, wenn etwas davon drinnen ist, in verschiedene Farben zu bringen“ schreibt der junge Robert Schumann über seine Symphonischen Etüden op. 13. Die Nuancen dieser Musik sind unendlich auf ihrem Weg über sechzehn Variationen bis zum Finale: von Trauer bis Trotz und Melancholie bis Euphorie bahnt sich die Musik ihren Weg bis zu einem Höhepunkt, an dem aus einem Helden viele werden. In kollektivem Marsch vereint - im Schulterschluss mit Spieler und Publikum - endet das Werk in ekstatischem Jubel!